Der Brief an die GalaterBeispiel

Am Schluss seines Briefes deckt Paulus die wahren Beweggründe der Judaisten auf. Ihnen geht es darum, von ihren eigenen Landsleuten nicht verfolgt zu werden. Das ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite verraten sie so die Kernbotschaft des Evangeliums und ihre gläubigen Brüder. Statt sich zu Jesus zu bekennen, suchen sie menschliche Anerkennung. Damit verraten sie nicht nur Christus, sondern auch ihre Brüder im Glauben.
Zum Nachdenken
Auch heute eckt der christliche Glaube an. Die Botschaft vom Kreuz bleibt für viele ein „Ärgernis und eine Torheit“ (1. Korinther 1,23). Paulus wusste, was es kostet, zu Jesus zu gehören – Spott, Ablehnung, Verfolgung. Und doch sagt er: „Ich aber will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen.“ (Gal 6,14) Seine Bitte an die Galater: Macht mir keine zusätzliche Mühe. Ich habe genug gelitten, um euch die Wahrheit zu bringen. Jetzt bitte ich euch: Bleibt bei dieser Wahrheit.
Wie ging es weiter...
In Vers Galater 6,8 warnt Paulus: Wer auf sein Fleisch sät, wird Verderben ernten. Das galt besonders für die Judaisten. Ihre Strategie ging nicht auf. Anfangs konnten sie durch ihre Gesetzestreue bei ihren Volksleuten Anerkennung gewinnen. Doch als der jüdische Krieg ausbrach (66–70 n. Chr.), geriten sie ins Abseits. Weil sie auf Jesu Worte hin aus Jerusalem flohen (vgl. Lk 21,20–21), wurden sie von ihren jüdischen Landsleuten als Verräter betrachtet. Die Synagoge schloss sie aus. Doch auch die Christen distanzierten sich, weil die Judaisten zentrale Wahrheiten des Evangeliums mehr und mehr aufgaben.
In den folgenden Jahrzehnten isolierten sie sich geistlich zunehmend – bis sie schließlich sogar die Gottessohnschaft Jesu leugneten und ihn nur noch als Prophet ansahen. Trotzdem war ihr Einfluss noch lange spürbar. Der Kirchenvater Ignatius von Antiochien warnte noch im 2. Jahrhundert:
„Lasst euch nicht verführen durch die falschen Lehren und die alten Sagen, die nichts nützen; denn wenn wir bis jetzt nach dem Judentum leben, gestehen wir zu, dass wir die Gnade nicht empfangen haben.“ (Ignatius von Antiochien, „Die sieben Briefe“)
So zeigt auch die Kirchengeschichte: Wo Gnade aufgegeben wird, bleibt am Ende nichts mehr vom Evangelium übrig.
Die Heilige Schrift
Über diesen Leseplan

Dieser Bibelleseplan führt in 11 Tagen durch den Galaterbrief und zeigt, wie zentral das Evangelium von der Gnade Gottes für den christlichen Glauben ist. Jeder Abschnitt erklärt den Bibeltext verständlich, legt ihn theologisch fundiert aus und bietet Impulse zum persönlichen Nachdenken. Der Plan richtet sich an Laien und betont die Freiheit in Christus gegenüber gesetzlicher Frömmigkeit. Er verbindet biblisches Wissen mit seelsorgerlicher Tiefe und lädt dazu ein, das eigene Leben im Licht der Gnade neu auszurichten. Ideal für Einzelne, Hauskreise oder Gemeindegruppen.
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Wir möchten uns bei Christusgemeinde Nagold für die Bereitstellung dieses Plans bedanken. Weitere Informationen finden Sie unter: www.Christusgemeinde-Nagold.de