Der Brief an die GalaterBeispiel

Der Brief an die Galater

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Der Brief an die Galater
Martin Luthers Lieblingsbuch war der Galaterbrief. Er spricht von ihm wie von seiner Frau: „Der Galaterbrief ist mein Lieblingsbrief, dem ich mich ganz anvertraut habe. Er ist meine Käthe von Bora.“ * Das ist nicht verwunderlich, denn im Galaterbrief geht es um das zentrale Thema der Reformation: die Rechtfertigung durch den Glauben. Also darum, dass man von Gott für gerecht erklärt wird, obwohl man ein Sünder ist, allein weil man an Jesus glaubt.

Der Anlass, der Paulus zum Schreiben dieses Briefes brachte, war leider weniger erfreulich. In den Gemeinden von Galatien traten Irrlehrer auf – wahrscheinlich Judaisten –, die behaupteten, Paulus habe in seiner Verkündigung einen wichtigen Punkt ausgelassen: das jüdische Gesetz. Sie sagten, der Glaube an Christus allein reiche nicht aus, sondern man müsse zusätzlich nach den Vorschriften des Gesetzes leben – inklusive der Beschneidung für Männer. Damit stellten sie nicht nur das Evangelium, sondern auch die Autorität des Paulus infrage. Sie wollten einen Keil zwischen ihn und die Galater treiben (Gal 4,16–20) und die Gläubigen für sich gewinnen (Gal 4,17–18). Paulus antwortet mit diesem Brief – einer kraftvollen Verteidigung des Evangeliums von Jesus Christus.

* Martin Luther, Vorrede zum Galaterbrief

Galater 1,1–10
Schon in den ersten sechs Versen fasst Paulus den gesamten Brief zusammen:

  1. Paulus ist nicht in seinem eigenen Auftrag unterwegs, sondern wurde direkt von Jesus Christus zum Apostel berufen.
  2. Das Evangelium lautet: Jesus Christus ist für unsere Sünden gestorben, von Gott auferweckt worden und hat uns damit ein für alle Mal aus der gegenwärtigen bösen Welt – aus der Herrschaft von Sünde und Satan – herausgerettet. Die Sünde ist besiegt. Jesus hat alles getan. Er allein hat uns gerettet.
  3. Jeder, der ein anderes als dieses Evangelium verkündigt, liegt falsch. Das Geschehen am Kreuz ist kein Randthema, sondern die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Wer das leugnet oder zusätzliche Bedingungen zur Rettung aufstellt, spricht nicht in Gottes Auftrag – ganz gleich, wie beeindruckend seine Referenzen sein mögen. Entscheidend ist allein Jesus.

Zum Nachdenken
Die Lehre dass Jesus wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben ist wird heute von vielen Christen als störend empfunden. Stattdessen betonen sie lieber angenehmere Themen wie Nächstenliebe oder Mitmenschlichkeit. Doch ohne das Geschehen am Kreuz wären wir noch immer von Gott getrennt und der Macht der Sünde hilflos ausgeliefert. Paulus weiß, dass diese Botschaft für viele Menschen anstößig ist oder wie eine Dummheit erscheint (vgl. 1. Korinther 1,23). Aber sie ist die einzige Botschaft, die rettet. Paulus geht es nicht darum, wie Menschen ihn wahrnehmen. Sein Auftraggeber ist Jesus Christus.

Die Heilige Schrift

Über diesen Leseplan

Der Brief an die Galater

Dieser Bibelleseplan führt in 11 Tagen durch den Galaterbrief und zeigt, wie zentral das Evangelium von der Gnade Gottes für den christlichen Glauben ist. Jeder Abschnitt erklärt den Bibeltext verständlich, legt ihn theologisch fundiert aus und bietet Impulse zum persönlichen Nachdenken. Der Plan richtet sich an Laien und betont die Freiheit in Christus gegenüber gesetzlicher Frömmigkeit. Er verbindet biblisches Wissen mit seelsorgerlicher Tiefe und lädt dazu ein, das eigene Leben im Licht der Gnade neu auszurichten. Ideal für Einzelne, Hauskreise oder Gemeindegruppen.

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Wir möchten uns bei Christusgemeinde Nagold für die Bereitstellung dieses Plans bedanken. Weitere Informationen finden Sie unter: www.Christusgemeinde-Nagold.de