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Frei:Sein

DAY 3 OF 6

Tag 3: Sorgen loslassen (Matthäus 6,19-33)

Wer beim Golfen mit dem ersten Schlag einlocht, muss in vielen Golfklubs eine Runde ausgeben. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Mit einer Hole-in-One-Versicherung kann man für diesen seltenen Fall vorsorgen. Eine Hochzeitsversicherung springt ein, wenn man vor dem Traualtar stehen gelassen wird, Feier und Fotograph aber schon bezahlt sind. Ich habe mich gefragt, ob man einander sagen kann, dass man eine Hochzeitsversicherung abgeschlossen hat, oder ob man das besser für sich behält. Eine kurze Google-Suche fördert viele solcher kuriosen Versicherungen zutage. So unterschiedlich sie sind, der Kaufgrund ist immer gleich: Sorge. Wir können uns alle möglichen und unmöglichen Zukunftsszenarien ausmalen. Und das weckt ein Bedürfnis nach Sicherheit. Stichwort „Heute schon an morgen denken.“ Sorgen ist zutiefst menschlich. Wir lernen viel über andere Menschen, wenn wir wissen, worum sie sich sorgen.

Darum kann es einen überraschen, dass Jesus so negativ übers Sorgen spricht. Er verbietet die Sorge sogar: „Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: ›Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?‹ Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen“ (Matthäus 6,31-32). Ist es nicht komisch, ein Gefühl zu verbieten – noch dazu mit so deutlichen Worten? Ein genauerer Blick hilft weiter.

Zuerst zeigt Jesus, wie widersprüchlich das Sorgen ist. Denn was ist das Ziel beim Sorgen? Im Endeffekt innerer Friede: Wir wollen frei von Sorge sein. Der natürliche Impuls ist, das auf dem Weg der Vorsorge zu erreichen. Das führt aber vom Hundertsten zum Tausendsten. Ein volles Sparkonto, ein Aktienfonds, ein reich bezahlter Job – all das schafft nur eine Illusion von Kontrolle. Eine Wirtschaftskrise, für die man als Einzelperson gar kann, kann alles zunichtemachen. „Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen!“, sagt Jesus (Matthäus 6,19). Die letzte Kontrolle über unser Leben haben wir nie. Wir können so viele Versicherungen abschließen, wie wir wollen: „Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern“ (Matthäus 6,27). Sorge kann nicht von Sorge befreien.

Der Weg zur Sorglosigkeit führt zum Loslassen. Deswegen verwendet Jesus die bekannten Beispiele von den Lilien und Vögeln. Sie sind nicht in der Lage, wie wir heute schon an morgen zu denken. Trotzdem sind sie von Gott versorgt. Wir Menschen sind in Gottes Augen noch viel kostbarer als sie (Matthäus 6,26). Jesus fordert uns damit zum Vertrauen auf Gott heraus: Sind wir mutig genug, das Streben nach Kontrolle aufzugeben?

Damit meint Jesus nicht, dass wir passiv vor uns hinleben sollen. „Jeder Tag hat seine eigene Last“, sagt er. Aber darüber hinaus sollen wir nicht ständig über die Zukunft nachgrübeln, das geht über unsere Kraft. Gott begegnet uns immer im Heute.

Ein bekanntes Gebet bringt echte Sorgenfreiheit auf den Punkt: „Gestern ist vorbei, morgen ist noch nicht da, und heute hilft der Herr.“

Impulse zum Weiterdenken

1. Um welche Sorge kreisen deine Gedanken am meisten? Wo wünschst du dir Freiheit von Sorgen?

2. Was würde es für dich bedeuten, loszulassen und Kontrolle aufzugeben?

3. Welche konkreten Ideen fallen dir ein, um mehr im Heute zu leben und auf Gott zu vertrauen?

About this Plan

Frei:Sein

Freiheit. Allein das Wort weckt Sehnsucht nach Leichtigkeit und Aufatmen. Wie gut, dass Gott mit uns Menschen Befreiungsgeschichten schreibt. Doch was für eine Freiheit schenkt Gott? Und wo taucht sie in unserem Leben auf? Dieser Leseplan geht der Vision von Freiheit auf die Spur, die uns die Bibel vor Augen malt. Zum Anhören und Selberlesen.

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