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Frei:Sein

DAY 5 OF 6

Tag 5: Frei von alten Mustern (Apg 10,9-21)

Es gibt Beispiele, bei denen wir nicht lange diskutieren müssen, um das Anliegen der Freiheit zu erkennen. Sklaverei und Gefangenschaft zählen dazu, aber auch Süchte, Abhängigkeiten und Zwänge. Welche Bedeutung Freiheit in diesen Situationen hat, liegt auf der Hand. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen das viel schwieriger zu erkennen ist. Das ist der Fall bei Mustern und Gewohnheiten, die uns prägen. An vielen Stellen können sie uns Halt und Orientierung geben. Ihre Auswirkungen sind nicht negativ. Und trotzdem kann es sein, dass wir die frische Luft der Freiheit brauchen.

Daher eine Frage zum Einstieg: Wie kann Freiheit auch dort nötig sein, wo es um lieb gewonnene Dinge und/oder Angewohnheiten geht?

In Apostelgeschichte 10 begegnet uns eine wichtige Episode des Neuen Testaments. Der Apostel Petrus geht zum Beten auf das Dach eines Hauses und erhält dort eine göttliche Vision. Darin lässt Gott ihm eine besondere Essenseinladung zukommen. Ein Picknick mit allerlei spannenden Zutaten: Kriechtieren und Vögeln. Allerdings: keines davon ist ihm nach den Reinheitsgeboten des jüdischen Glaubens gestattet. Sie gelten im Judentum allesamt als unrein.

Petrus beschließt, das Angebot dankend abzulehnen. Aber Gott lässt nicht locker. Stattdessen ermahnt er Petrus dreimal (eine Zahl, die uns bei Petrus bekannt vorkommt), seine Gewohnheiten und Muster abzulegen und anzunehmen, was er hier offeriert bekommt.

Man merkt, wie schwer Petrus diese Entscheidung fällt. Ich kann mir sogar vorstellen, dass gerade er nach der Erfahrung von Verleumdung, Kreuzigung und Vergebung seinen Glauben besonders ernst genommen hat. Das macht die Erzählung so spannend.

Hier geht es nicht einfach nur die Ablösung der alttestamentlichen Speisegebote. Damit werden wir dem Opfer, dass Petrus bringt, nicht gerecht. Wir müssen verstehen, dass die Einhaltung der Speise- und Reinheitsgebote für Petrus ein Ausdruck seiner Liebe zu Gott war. Dass sie jetzt so dermaßen in Frage gestellt werden, muss Petrus bis ins Mark erschüttert haben.

So wird er zwar frei von alten Mustern und Geboten, doch die tiefere Bedeutung davon wird ihm erst klar, als drei Männer zu ihm kommen. Sie sind Boten des römischen Hauptmanns Kornelius und laden Petrus in dessen Haus ein. Eigentlich wäre hier eine rote Linie, eine unüberschreitbare Grenze nach jüdischem Reinheitsgebot. Doch Petrus realisiert jetzt, dass Gott ihn auch zu Menschen außerhalb des jüdischen Volkes ruft. Das war der Sinn seiner Vision. Nur Minuten vorher hätte sein Glaube ihn davon abgehalten, mit zu Kornelius zu gehen. Jetzt war er dazu frei. Dieser Moment ist der Startschuss der sogenannten „Heidenmission“, der Verkündigung von Kreuz und Auferstehung Christi an die nicht-jüdischen Völker.

Das wir uns heute, weit weg von Palästina im Nahen Osten, mit den antiken Texten und den Erfahrungen einer ursprünglich kleinen und rein jüdischen Glaubensgemeinschaft auseinandersetzen, verdanken wir Petrus, der seine liebgewonnenen Gewohnheiten und (bisherigen) Glaubenssätze aufgab, um anderen Menschen von der Freiheit und Erlösung zu erzählen, die er selbst erfahren hat.

Impulse zum Weiterdenken

1. Gibt es Glaubenssätze oder Denkmuster, die du gerne neu mit Gott überdenken möchtest? Was würde dir dabei helfen?

2. Manchmal ist es schwer, in Zeiten der Veränderung sein Vertrauen zu behalten. Was hilft dir in solchen Momenten? Wie kann Gott dir dabei eine Stütze sein?

3. Welche Ängste oder Widerstände könnten Menschen daran hindern, alte Muster loszulassen?

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Frei:Sein

Freiheit. Allein das Wort weckt Sehnsucht nach Leichtigkeit und Aufatmen. Wie gut, dass Gott mit uns Menschen Befreiungsgeschichten schreibt. Doch was für eine Freiheit schenkt Gott? Und wo taucht sie in unserem Leben auf? Dieser Leseplan geht der Vision von Freiheit auf die Spur, die uns die Bibel vor Augen malt. Zum Anhören und Selberlesen.

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