Daniel

Devotional

Verbockt!


Von Kapitel 2,4 bis Kapitel 7 ist das Daniel-Buch auf Aramäisch verfasst, eine weitverbreitete Handelssprache und wahrscheinlich deshalb verwendet worden, weil es um internationale Angelegenheiten ging. Jetzt, ab Kapitel 8 geht’s auf Hebräisch weiter mit den Visionen Daniels, mit konkreteren Folgen für das Volk Israel. 


Diesmal ein Widder und Ziegenbock. So, so. Klingt eigentlich erstmal ganz nett nach Streichelzoo. Aber der Bock rennt den Widder mit seinen Hörnern um. Aha…

Zum Glück gibt’s den Gabriel, der das Ganze interpretiert. 


Lies Daniel 8,15-27.


Es war eine politisch sehr fragile Zeit. Meder und Perser kommen und gehen als Alexander, der Große, die Vorherrschaft im Orient übernimmt. Da kann man sich als einzelner Mensch sehr leicht nur als Spielball größerer Mächte ohnmächtig fühlen (V. 18). Doch der Engel gibt Daniel Mut, richtet ihn auf, auch wenn der Inhalt des Traums schon recht heftig ist. 


Mit dem kleinen Horn, das aus den vier anderen hervorwächst, ist es wie mit den kleinen Hunden – die sind meistens die nervigsten, kläffen am lautesten, und gehen einfach jedem tierisch aufn Sack! Dieses kleine „Horn“ ist zwar im Rahmen der Weltgeschichte eher unbedeutend, aber aus Sicht Israels ein richtig krasser, übler Machthaber gewesen – die Ausleger sind sich ziemlich einig, dass es sich hier um Antiochus Epiphanes IV. handelt (er regierte zwischen 175-164 v. Chr.). 


Er hatte das „herrliche Land“ eingenommen, die Ausübung der Opferriten verboten und als i-Tüpfelchen seiner Machtdemonstration den Tempel auf widerlichste Weise entweiht: Er soll ein Schweineopfer auf dem Alter Gottes geopfert und eine Statue des Zeus im Tempel aufgestellt haben! Was für eine Schmach für das Volk Gottes! Ein unreines Tier im heiligsten Ort, zu Ehren eines von Menschen gemachten Gottes. Als das Volk sich darüber aufregte, wurde es getötet oder versklavt.


Seine Überheblichkeit (V. 25) zeigte sich auch darin, dass er Münzen mit der Aufschrift „theos epiphanes“ („der offenbarte Gott“) prägen ließ – gesundes Selbstbewusstsein, der Kerl…


Was war Daniels Reaktion auf diese Vision? Erstmal krankschreiben lassen und Kamillentee trinken. Cool, wie er aber dann wieder treu beim König vorstellig wird und an die Arbeit geht.


Lies jetzt Apostelgeschichte 17,24-27.


Gott ist der Herr der Geschichte. So überheblich und monströs die Machthaber dieser Welt agieren, Gott steht da drüber. Er lenkt die Geschichte, kennt die Zukunft. Er hat dich und mich genau dort hingestellt, wo es gut ist.

Mit welchem Ziel? Dass möglichst viele Menschen seine Liebe und Nähe kennenlernen.

Mit welchen Mitteln? Durch Otto-Normal-Christen, wie Daniel, wie du und ich. Bleib treu, geh deiner Arbeit nach und lebe für Jesus – das ist die Hauptsache!


Action Step:

Lade den Heiligen Geist heute neu ein dir in deinem Einflussbereich (ob Zuhause, in der Schule, im Studium, Beruf oder Ruhestand) Geistesblitze göttlicher Liebe für die Welt zu geben. Welche Person fällt dir konkret dazu ein?