1. TimotheusbriefBeispiel

1. Timotheusbrief

Tag 3 von 12

Paulus bescheinigt den Irrlehrern, dass sie keine Ahnung haben von dem, was sie behaupten. Es ging um Fragen zur Bedeutung und Anwendung des alttestamentlichen Gesetzes. Sie hatten den Sinn des Gesetzes nicht verstanden. Deshalb erklärt Paulus Timotheus, für wen das Gesetz eigentlich gilt und nennt einige Beispiele (Vers 9-10). Diese Liste ist nicht vollständig, denn er erweitert sie auf alle, die nicht nach der gesunden Lehre des Evangeliums leben wollen (Vers 10).

Das Gesetz richtet sich nicht an "Gerechte", d.h. gegen Menschen, die aufgrund ihres Glaubens von Gott für gerecht erklärt wurden. Das Gesetz kann Sünde aufdecken, aber hat keine Kraft, um davon zu befreien. Das kann allein Christus, der die Gläubigen erlöst hat vom Fluch des Gesetzes (Galater 3,13). Das bedeutet nicht, dass das Gesetz nicht gut und nützlich für Gläubige ist, jedoch ist das rechte Verständnis und der richtige Gebrauch entscheidend. Die Irrlehrer missbrauchten das Gesetz, indem sie einzelne Vorschriften als heilsentscheidend auswählten. Das widerspricht dem Sinn des Gesetzes, denn wer durch das Halten des Gesetzes gerecht werden will, muss alle halten. Wenn er eines übertritt, übertritt er das ganze Gesetz (vgl. Jakobus 2,10; Galater 5,3).

Das Problem in Ephesus bestand darin, dass die Irrlehrer Gemeindemitglieder waren, die früher einmal klar zum Evangelium standen. Das erschwerte eine klare Abgrenzung, denn die Lehre ist das eine, die persönlichen Beziehungen, die im Lauf der Zeit gewachsen waren, das andere. Irrlehre führt meistens auch zu menschlichen Tragödien!

Zum Nachdenken:

Das Streitpotential um Nebensächlichkeiten ist heute noch größer als damals. Sehr schnell kann eine einseitige oder falsche Betonung einer biblischen Wahrheit zur Irrlehre werden, wenn die Liebe außer Acht gerät. Wer liebt, erfüllt das Gesetz (Römer 13,10) und nicht, wer über Nebensächlichkeiten streitet.

Fragen zum Austausch:

Wie können wir eine gute Kultur entwickeln, über unterschiedliche Auffassungen so zu diskutieren, dass die Liebe zueinander nicht leidet? Wo ist die Grenze zur Irrlehre?

Die Heilige Schrift

Über diesen Leseplan

1. Timotheusbrief

Der 1. Brief des Paulus an seinen geistlichen Sohn Timotheus ist ein Muster der Ermutigung, im Glauben vorwärts zu gehen. Das gilt nicht nur für Leiter, sondern für jeden, der seine Gaben, die ihm Gott geschenkt hat, entfalten will. Der Plan führt in 12 Tagen durch diesen spannenden Brief.

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Wir möchten uns bei Route 66 - Quer durch die Bibel für die Bereitstellung dieses Plans bedanken. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ewaldkeck.de