1. TimotheusbriefBeispiel

Paulus zog weiter nach Mazedonien und ließ Timotheus in Ephesus zurück. Er hoffte, ihn bald besuchen zu können (Kapitel 3, 14). Bis es soweit war, gab er ihm eine Reihe von Anweisungen für seine Arbeit in der Gemeinde in Ephesus.
Damit gibt Paulus einen kurzen Hinweis, wann er den Brief an Timotheus geschrieben hat. Wann war er auf Tour durch Mazedonien? Das Szenario einer vierten Missionsreise lässt sich aus den Briefen und alten kirchengeschichtlichen Quellen rekonstruieren:
Die vierte Missionsreise
1. Die Apostelgeschichte endet nicht mit dem Tod des Paulus, sondern mit der ersten Gefangenschaft in Rom (Apostelgeschichte 28,17-31). Wir können davon ausgehen, dass Paulus nach seiner Freilassung eine vierte Missionsreise startete, um in noch unerreichten Gebieten das Evangelium zu verkündigen und die bestehenden Gemeinden zu stärken.
2. Von Rom aus reiste er, wie ursprünglich geplant, nach Spanien (Römer 15,24 und 28). Von Spanien ging es wieder zurück nach Kreta. In Kreta ließ er Titus als Gemeindeleiter zurück (Titus 1,5). Von Kreta reiste Paulus weiter über Achaja nach Philippi in Mazedonien (Philipper 2,24). Von dort aus schrieb er den ersten Brief an Timotheus nach Ephesus und den Brief an Titus nach Kreta.
3. Paulus plante, in Nikopolis zu überwintern, wo er Titus treffen wollte (Titus 3,12), um dann von Mazedonien (1. Timotheus 1,3) weiter nach Ephesus zu Timotheus zu reisen (1. Timotheus 3,14; 4,13).
Die Aufgabe von Timotheus
Paulus ließ Timotheus in Ephesus zurück, weil dort das Leben der Gemeinde aus dem Ruder gelaufen war. Sie stand in Gefahr, durch falsche Lehren zerstört zu werden. Genau das, wovor Paulus die Ältesten von Ephesus bei seinem Abschied gewarnt hatte, traf ein. Es gewannen Männer Einfluss auf die Gemeinde, die das Wort Gottes verdrehten (Apostelgeschichte 20,31). Sie sollten deshalb als Leiter besonders wachsam sein. Aber offensichtlich hatten sie ihren Auftrag als Hirten nicht ernstgenommen.
Paulus forderte Timotheus auf, gegen diese Irrlehrer vorzugehen. Sie bezeichneten sich als Lehrer des Gesetzes und spezialisierten sich auf Detailfragen über Geschlechtsregister, verbunden mit einer außerbiblischen Mythologie. Die Auswirkungen auf die Gemeinde waren verheerend: Streit um Nebensächlichkeiten, Spekulationen, falsches Verständnis des Gesetzes. Das Hauptziel und der Inhalt der Unterweisung war nicht mehr die Liebe, sondern leeres Geschwätz.
Das war keine leichte Aufgabe für Timotheus. Er sollte die Irrlehrer ermahnen und sie anweisen, nichts anderes zu lehren als Gottes Wort wie es ihnen Paulus ihnen verkündigt hatte. Die Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben sollte wieder in das Zentrum der Gemeinde gerückt werden.
Zum Nachdenken:
Auch wenn die Streitfragen heute andere sein mögen. Die Auswirkungen sind dieselben: Streit um Nebensächlichkeiten, Lieblosigkeit, Spaltung usw. Wenn der Glaube und die Liebe zu Christus und zueinander nicht mehr im Mittelpunkt stehen, wird die Gemeinde zerstört und ihr Zeugnis nach außen unglaubwürdig.
Fragen zum Austausch:
Wie lernen wir zu unterscheiden, was falsch und was von der Bibel her richtig ist? Was können nicht nur Leiter, sondern jeder einzelne tun, damit keine zerstörerische Lehren in die örtliche Gemeinde eindringen?
Die Heilige Schrift
Über diesen Leseplan

Der 1. Brief des Paulus an seinen geistlichen Sohn Timotheus ist ein Muster der Ermutigung, im Glauben vorwärts zu gehen. Das gilt nicht nur für Leiter, sondern für jeden, der seine Gaben, die ihm Gott geschenkt hat, entfalten will. Der Plan führt in 12 Tagen durch diesen spannenden Brief.
More
Wir möchten uns bei Route 66 - Quer durch die Bibel für die Bereitstellung dieses Plans bedanken. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ewaldkeck.de