Elefantengebete: Beten mit hohen Erwartungen

Tag 4 von 7 • Tageslesung

Andacht
"Bittgebete - eine kühne Mission"

Jesus' Theologie der Bittgebete erscheint zunächst verlockend, ja sogar aufregend. Christus umwirbt Seine Hörer mit großen Versprechen, um deren tiefste Sehnsüchte zu erfüllen. Seine Versprechen will er auch halten, vorausgesetzt, dass bestimmte Kriterien erfüllt sind. Wenn wir dann schöne Bilder von Größe, Erfolg oder persönlicher Glückseligkeit im Kopf haben, kommt - ohne jegliche Warnung - der "Sucker Punch". Solltest du diesen Ausdruck nicht kennen: Er entstammt dem Bereich des Kämpfens. Es handelt sich um einen völlig unerwarteten Schlag, üblicherweise in Richtung Bauch, den dein Gegner niemals erwartet hätte und der ihn in die Knie gehen lässt.

Wenn du nicht in ähnlicher Weise von Jesus überrascht werden möchtest, musst du verstehen, was er wirklich gesagt hat - in der Originalsprache und unter Einbeziehung des Kontexts. Ebenso wie im Englischen oder Deutschen gibt es in der altgriechischen Sprache Worte, die mehrere Bedeutungen haben. Eines davon ist das Wort thelo. Im Neuen Testament kommt dieses Wort in seinen verschiedensten Formen 213 Mal vor. Das Wort thelo kann übersetzt werden mit "Wünsche" oder "Begehren" und in einigen Übersetzungen der Bibel wurde es auch in dieser Weise übersetzt. Aber in einem weiteren Sinne bedeutet dieses Wort "Wille" oder etwa "Gewilltsein/Bereitschaft".

Jesus dehnt die Grenzen des Bittgebets aus. Er fordert dich auf, mehr zu erbitten als das, was du dir wünschst. Stell dir vor, wie schwach diese gewaltige Lehre wäre, wenn uns Antworten nur auf die Dinge versprochen würden, die wir selbst im Rahmen unserer eigenen Sehnsüchte heraufbeschwören können. Das, was wir selber wollen, ist schon der Sache nach limitiert. Ist man dagegen bereit, in einer kühnen Weise einfach für alles zu beten, ist man nicht mehr begrenzt. Dies mag etwa ein solches Gebet einschließen: "Jesus, was möchtest Du von mir?"

Jesus hat dich nicht nur dazu aufgefordert, das zu erbitten, was du dir wünschst, Er hat dich vielmehr dazu aufgefordert, alles zu erbitten, wozu du bereit bist. Es ist viel schwieriger, wirklich begeistert über diese Aussage Jesu zu sein, wenn wir sie in ihrem vollen Kontext betrachten.