Erschöpfte Welt erfreue dich! Eine Adventsandacht 2020

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Andacht

Vorwort: Eine eigenartige Jahreszeit


Im weltweit bekannten Weihnachtslied "Minuit, chrétiens", welches im Englischen "O Holy Night" heißt, gibt es eine Zeile die vielleicht auch in dir widerhallt: "A thrill of hope! The weary world rejoices." welche sich in "Eine mitreißende Hoffnung! Die müde Welt erfreut sich." übersetzen lässt.



Jetzt, da wir die Adventszeit beginnen, fühlst du dich da erschöpft? Du bist nicht allein.



Man könnte sogar sagen, dass müde und ausgelaugt sein, genau der richtige Moment dafür ist, die Adventszeit kommen zu lassen. Der Advent existiert nämlich, um uns daran zu erinnern, dass obwohl Dunkelheit und Sorgen uns umgeben, die Hoffnung auf Weihnachten nicht fern ist.



Diese mag fern erscheinen. Es mag sogar dieses Jahr unmöglich erscheinen, sich hoffnungsvoll zu fühlen. Möglicherweise hast du deinen Job verloren. Oder du fühlst dich von denen isoliert, die du liebst. Vielleicht musstest du sogar den Verlust eines Familienmitglieds oder Freundes beklagen.



Wenn du dich umschaust, mag das Einzige was du gerade sehen kannst, Dunkelheit sein. Und wenn du versuchst zu blinzeln, um deine Augen an die Dunkelheit der Nacht zu gewöhnen, scheint es einfach kein Licht zu geben. Die Last von Krankheit, Tod, Ungerechtigkeit und Schmerz scheint zu schwer zu sein.



Oder du bist vielleicht einfach nur müde. Innerlich betäubt. Bereit, dir die Decke über den Kopf zu ziehen und diese ganze Weihnachtsfreude lieber nächstes Jahr noch einmal zu versuchen. Fühle dich nicht schuldig. Erkenne stattdessen die Realität der Dunkelheit dieser Welt, und du wirst Augen dafür bekommen, den Advent durch dieselbe Linse zu betrachten wie die Menschen, die vor Tausenden von Jahren auf einen Messias warteten.



Seit seinem letzten Propheten Maleachi, hatte das Volk Israel 500 Jahre lang nichts mehr von Gott über seinen Erlöser gehört. Gottes auserwähltes Volk muss zu Ihm aufgeschrien und sich gefragt haben, wie lange es noch dauern würde, bis ihre Hoffnung, ihre Erlösung eintreffen würde. Es war zu dunkel und Gott schien zu schweigen. Hat Er sich dieses Jahr für dich so angefühlt?



Obwohl Er sich für die Israeliten weit weg angefühlt haben mag, war Gott so viel näher als sein Volk es dachte - er plante sanft den Auftritt Jesu in die Welt, und dies auf die unerwartetste Art und Weise.



In den nächsten vier Tagen werden wir über vier Perspektiven der in der Krippe Anwesenden nachdenken. Während du dich in diese Geschichten vertiefst, wirst du entdecken, was du von diesen Charakteren lernen kannst, und wie sie inmitten von einigen spektakuläreren, aber auch seltsamen und beängstigenden Umständen, auf Gott reagiert haben.



Fragen zum Nachdenken:



  • Inwieweit unterscheidet sich diese Adventszeit zu der vergangener Jahre?

  • Fällt es dir schwer, geduldig zu sein, wenn du auf Gottes Verheißungen wartest? Warum oder warum nicht?

  • An welche Charaktere denkst du, wenn du dir das Bild in der Krippe vorstellst?