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focusC, Chur
Mission: Impossible! – Gott ruft und Jona rennt
Jona! Ein Prophet auf der Flucht. Eine Mission, die er hasst. Und ein Gott, der ihn enttäuscht und überrascht. Jona erledigt seinen Auftrag zwar, aber am Ende scheitert er an seinen eigenen Erwartungen. Er ist so sauer auf Gottes Barmherzigkeit, dass er sterben will. Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie Gott wirklich tickt, damit wir nicht vor ihm flüchten müssen, sondern ihm vertrauen können. Wir wollen seine Grosszügigkeit feiern und weitersagen. Und wir wollen uns dafür einsetzen, dass seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in unserer Welt sichtbar werden. Herzlich willkommen zum ersten Teil unserer Gottesdienstreihe "Jona und der unverschämt barmherzige Gott." Die Predigt hält Martin Bachmann,
Locations & Times
focusC, Calandastrasse 38, 7000 Chur, Schweiz
Calandastrasse 38, 7000 Chur, Schweiz
Sunday 10:00 AM
Jona ist einer der «12 kleinen Propheten» des Alten Testaments, bekannt vor allem durch die Episode mit dem großen Fisch. Das Buch ist literarisch kunstvoll und besteht aus zwei Hauptteilen: einmal flieht Jona vor Gottes Auftrag, einmal gehorcht er widerwillig. Anders als bei anderen Propheten steht nicht die Botschaft, sondern Jona selbst im Zentrum, um uns etwas über Gott und uns zu lehren. Historisch lebte Jona im 8. Jahrhundert v. Chr. unter Jerobeam II, in einer politisch und moralisch schwierigen Zeit. Sein Auftrag, nach Ninive zu gehen, war extrem gefährlich, da die Assyrer für ihre brutale Grausamkeit bekannt waren.
Jona reagiert auf Gottes Auftrag mit Flucht – nicht nur passiv, sondern aktiv in die entgegengesetzte Richtung. Seine Motivation ist nicht Misstrauen gegenüber Gott, sondern Eigensinn: Er will nicht, dass Ninive Gottes Gnade erfährt. Jona kennt Gottes Güte, aber sie ist ihm «zu gnädig», was ihn trotzig macht. Diese Haltung ist nicht ausgestorben, sondern begegnet uns auch heute noch: bei mir, in meinem Alltag, in der Kirche, … In jedem von uns steckt so ein «kleiner» Jona.
Zwei zentrale Probleme begegnen uns bei Jona: Zweifel an Gottes Güte und falsches Verhalten gegenüber Gottes Auftrag. Jona hält Gottes Plan für unfair und kämpft mit dem Gedanken, dass Gott es vielleicht nicht gut meint. Dieses Grundproblem – Kontrolle statt Vertrauen – begleitet die Menschheit seit Adam und Eva. Glauben bedeutet, Gott die Kontrolle zu überlassen, was oft schwerfällt. Das zweite Problem ist Jonas Verhalten: Er läuft davon, ähnlich wie die beiden verlorenen Söhne in Jesu Gleichnis – entweder durch offene Rebellion oder durch selbstgerechte Religiosität.
1. Hast du schon Situationen erlebt, in denen Gottes Plan für dich keinen Sinn ergab? Wie bist du damit umgegangen?
2. Wie reagierst du, wenn Gott dir etwas zutraut, das dir unangenehm oder riskant erscheint?
3. Warum fällt es dir manchmal schwer, Gottes Güte und Gerechtigkeit zu vertrauen?
4. Wo erkennst du dich selbst in Jona wieder – in seinem Eigensinn oder seiner Flucht vor Gottes Auftrag?
5. Was wäre dein persönliches «Ninive» – der Ort oder die Aufgabe, vor der du am liebsten davonlaufen würdest?
6. Was bedeutet es für dich ganz praktisch, Gott die Kontrolle zu überlassen?
7. Wie würdest du deine eigene «Fluchtstrategie» beschreiben: offene Rebellion oder eher religiöse Selbstgerechtigkeit?
8. Was hilft dir, Gottes Herz und seine Barmherzigkeit besser kennenzulernen?
9. Wie kannst du in deinem Alltag Gottes Auftrag «Geht hin und macht zu Jüngern» konkret leben?