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Matthäus Die Brücke

Die Brücke
Einführung in das Matthäusevangelium
Matthäus. Ganz und gar nicht zufällig ist das der erste Bericht über Jesus, der im Neuen Testament abgedruckt ist. Das erste Evangelium.
Evangelium – gute Nachricht, Gottesbotschaft – so wurden diese Berichte über das Leben und das Sterben von Jesus genannt. Natürlich blieben sie da nicht stehen, sondern berichteten weiter, von dem, was dann geschah.
Von dem Unerwarteten, Unglaublichen, Unerhörten.
Davon, dass der tote Jesus nicht im Tod blieb.
Kein Wunder, dass diese Botschaft alles sprengte.
Alle Vorstellungskraft. Alles Herkömmliche. Alles, was man einfach mal so leicht zur Kenntnis nehmen und dann an die Seite legen kann.
Und auch das ist kein Wunder, dass die Berichte über Jesus in einer ganz neuen literarischen Form dargestellt werden mussten.
So etwas wie die Evangelien gab es vorher noch nicht. Das ist ein Evangelium: Ein Lebensbericht, der nicht nur die Worte und Taten der Hauptperson in den Mittelpunkt rückt, sondern vor allem sein Sterben. Und ein furchtbares, schändliches Sterben noch dazu. Nämlich das am Hinrichtungsgerät Kreuz. Das war etwas völlig Neues in der antiken Literatur und bleibt bis auf den heutigen Tag außergewöhnlich.
Ein Evangelium ist also ein Lebensbericht und ein Todesbericht.
Und dann am Ende doch wieder ein Lebensbericht. Weil Jesus nicht im Tod blieb.
Evangelium – das heißt Siegesnachricht. So wurde dieses Wort damals gebraucht. Es ist ein politisches Wort, das einen neuen Erlass des römischen Kaisers bezeichnete. Oder die Nachricht über die Geburt des Thronfolgers. Oder die Botschaft von einem Sieg über Feinde des Reiches.
Und doch hat das Wort einen tieferen Hintergrund. Schon in den heiligen Büchern des ersten Bundes, die wir heute zusammenfassend Altes Testament nennen, erscheint es.
Jesaja, der Prophet, ruft aus:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!
(Übersetzung Luther 1984)
Da ist es schon, das Wort: Die Freudenboten bringen die Freudenbotschaft, also ein Evangelium.
Eine Siegesnachricht.
Eine Botschaft von der Befreiung.
Gott kommt nahe. Und mit ihm Gutes, Heil, Frieden, Freiheit.
Solch ein Evangelium wollte Matthäus schreiben.
Eine Nachricht, die Freude bringt.
Seine eigene Geschichte hat er mit hineingeschrieben.
Im neunten Kapitel begegnet er uns: Levi Matthäus, der Steuereintreiber.
Er wurde zu einem Nachfolger von Jesus, einem Weggefährten. Und damit zu einem Augenzeugen. Was er sah, hörte, erlebte, erfuhr, das schrieb er auf.
Möglicherweise zuerst auf Hebräisch, wie Papias, ein Kirchenvater aus dem frühen 2. Jahrhundert nach Christus, erzählt.
Auf jeden Fall ist Matthäus tief im Alten Testament verwurzelt.
Sein Evangelium ist voller Zitate aus diesem ersten Buch Gottes. Auf Schritt und Tritt weist er darauf hin, dass das, was Jesus tat und sagte, was er erlebte und erlitt, eine Erfüllung der Voraussagen dieses grundlegenden Gottesbuches war.
So bildet Matthäus eine Brücke zwischen den Zeiten.
Eine Brücke, die vom Alten zum Neuen Testament führt.
Eine Brücke, die weit gespannt ist.
Sie reicht vom Familienstammbaum von Jesus, angefangen bei Abraham, im ersten Kapitel, bis hin zum Auftrag an die Jesusnachfolger, in alle Welt, zu allen Völkern zu gehen – mit dieser guten Nachricht über Jesus – in den letzten Sätzen seines Buchs.
Sein Evangelium ist voll. Randvoll.
Wunderbare Worte, Wunder wirkende Taten begegnen uns auf Schritt und Tritt.
Mit all dem will Matthäus nur eins:
Er will uns eine Brücke bauen in die Gegenwart von dem, über den er schreibt.
In die Gegenwart von Jesus.
Matthäus – Die Brücke.
Wahres Glück finden die, die darauf gehen.

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