Tätige Liebe

Tag 1 von 7 • Tageslesung

Andacht

Liebe handelt


Im 19. Jahrhundert entstand eine theologische Bewegung, die sich „das soziale Evangelium“ nannte. Diese stellte menschenwürdige gesellschaftliche Verhältnisse über die Erlösung der Seele. Christ zu sein bedeutete, für Gerechtigkeit zu kämpfen und den Armen zu helfen. Und wie so oft bei radikalen Bewegungen entstand auch bald eine Gegenbewegung, die die geistliche Erlösung frei von allen Werken betonte: Das Heil der Seele in Christus sei höher zu bewerten als alles andere, und die Sorge um Gerechtigkeit auf der Welt sei zweitrangig oder gar unwichtig. Das Pendel schlug voll auf die andere Seite. 


Die Bibel kennt keine solche Unterscheidung. Jesus befahl uns im „grossen Missionsbefehl“ hinzugehen, alle Völker zu Seinen Nachfolgern zu machen und sie zu lehren, alle Seine Gebote zu halten. Was sind Jesu Gebote? Und welches ist das wichtigste?


Ein Gesetzeslehrer ist genau darüber mit Jesus im Gespräch. Jesus lehrt, dass es nur zwei Dinge gibt, die wirklich zählen: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten. Damit meint Jesus vor allem die Bedürftigen, denn als Illustration, wer der „Nächste“ ist, erzählt Er die Geschichte des Samariters, der nicht wie alle anderen vorüberging, sondern barmherzig war und dem Bedürftigen half. 


Liebe zu Gott - die geistliche Dimension - bewirkt immer auch Liebe zu Menschen - die praktische Dimension. Liebe wird immer irgendwie sichtbar durch Taten. Und zwar nicht nur den Lieblingsmenschen, sondern den Armen und Notleidenden gegenüber. Im Informationszeitalter muss der „Nächste“ nicht mehr unbedingt physikalisch vor dir sein. Es ist vielmehr die Person, die Gott dir grad irgendwie über den Weg schickt. 


Wie wirkt sich deine Liebe zu Gott auf deine notleidenden Nächsten aus?