Ein Herz, wie es Gott gefällt

Tag 4 von 7 • Tageslesung

Andacht



Ein dunkles Herz


Viele Menschen glauben, Gott sei ein ganz pragmatischer Gott, der dir ganz einfach das gibt, was du verdienst. Du erntest, was du säst. Aber was uns Gott in der Bibel zeigt, ist, dass wir bei Ihm so viel mehr ernten, als wir säen. Es kann einem wirklich schwer fallen, diese biblische Wahrheit nicht nur im Kopf zu verstehen, sondern auch im Herzen anzunehmen.


Schauen wir uns das Gleichnis vom verlorenen Sohn noch einmal an. Der ältere Sohn ist sehr fleißig und vernünftig. Der jüngere Sohn ist abenteuerlustig und impulsiv. Der Vater ist voller Liebe für beide Söhne. Und am Ende der Geschichte finden wir den älteren Bruder alleine draußen stehen, während drinnen die große Party steigt. Er zeigt uns etwas sehr Wichtiges darüber, was uns davon abhalten kann, Gottes überreiche Liebe zu erleben. Er zeigt uns, wie gefährlich und zerstörerisch es ist, sich zu vergleichen.


Es fällt nicht jedem immer leicht, die Großzügigkeit Gottes einfach wertzuschätzen. Wenn wir erwarten, dass Gott unsere Vorstellungen von Fairness erfüllt, dann finden wir uns schnell in dem älteren Bruder wieder. Gott ist kein Automat, der immer macht, worauf er programmiert worden ist. Gott steckt eher voller Geheimnisse. Der Geist Gottes weht, wo Er will - wie der Wind. Er ist ein Rätsel, keine Formel.


Dennoch versuchen wir gerne, Gott auf überschaubare Formeln und Regeln zu reduzieren, die wir gut unter Kontrolle halten können. Wenn du einen Gott ohne Geheimnisse willst, wird dich Gott sehr frustrieren. Schau dir die emotionale Reaktion des älteren Sohns auf die Rückkehr seines Bruders an, der nun endlich wieder sicher zuhause ist. Er ist wütend! Und noch mehr als das: Er weigert sich sogar, mit ins Haus zu gehen und bei seinem Vater zu sein. Wenn wir wie der große Bruder sind, können wir uns richtig daran stören, die Großzügigkeit Gottes gegenüber anderen zu sehen. Wenn wir das Geheimnis der Gnade nicht erkennen wollen, kann uns das dazu bringen, auf Abstand von Gott zu bleiben, obwohl Er uns zu sich ziehen will.


Das ist es, was uns der ältere Bruder lehrt. Er lebte sein Leben so, dass er meinte, die Belohnungen des Vaters verdient zu haben. Er hatte mit all dem, was er getan hatte, bewiesen, was er wert war. Er dachte nicht, dass auch er Gnade brauchte. Er vergleicht sich mit seinem jüngeren Bruder und beschuldigt den Vater, unfair zu sein. Dies zeigt, was in seinem Herz los war. Er versteht nicht, dass er sich tatsächlich von dem Vater distanziert, indem er nur auf sich selbst konzentriert ist und sich mit anderen vergleicht. Die Menschen, die am meisten mit “Vergleichen” zu kämpfen haben, können sich häufig nicht mit Gottes reicher Gnade abfinden.


Reflexion: Gott sieht die Bereiche in unserem Herzen, die wir selbst nicht sehen. Aber in Liebe und Gnade möchte Er diese dunklen Bereiche in unserem Herzens enthüllen. Bitte Ihn, dir zu zeigen, was du dort im Verborgenen versteckt hältst.


Gebet: „Vater, bitte schütze mich vor diesen Gefahren des Vergleichens. Und zeig mir dieses Geheimnis Deiner Gnade. Amen."