Immun gegen Angst - Teil 8

Tag 1 von 5 • Tageslesung

Andacht

Erwarte dein Wunder! 


Plötzlich war der Engel verschwunden und eine kühle Morgenbrise streifte Petrus’ Arm. In dem Moment wurde ihm klar: Er war hellwach und das, was er gerade erlebt hatte, war Realität. Eben war er noch in einem römischen Gefängnis gewesen, in das ein Engel gesandt worden war, um ihn zu befreien (Apostelgeschichte 12). Die Ketten waren wirklich von seinen Armgelenken gefallen. Er war wirklich an den Wachen vorbeigegangen. Die Eisentore hatten sich wirklich geöffnet und er war wirklich frei!


Wissend, dass die Gläubigen für ihn beteten, machte er sich auf den Weg durch die leeren Straßen zum Haus von Maria, der Mutter von Markus. Hier wurde das Gebetstreffen abgehalten und Petrus konnte es kaum erwarten, sein Gesicht den lieben Freunden zu zeigen, die so unablässig für seine Freilassung gebetet hatten. An dieser Stelle wird die Geschichte ein wenig zur Komödie, denn während sich alle anderen Türen praktisch wie von selbst geöffnet hatten, würde er hier vor einer stehen, die sich nicht öffnete.  


Die Bibel sagt in Apostelgeschichte 12:13, dass Petrus am Tor anklopfte und eine junge Frau mit dem Namen Rhode es hörte. Sie kam zur Tür, öffnete sie einen Spalt weit und fragte: „Wer ist da?“ Petrus sagte: „Ich bin es, Rhode … ich bin gerade aus dem Gefängnis befreit worden. Öffne die Tür und lass mich herein.“ Rhode indessen war so aufgeregt, Petrus‘ Stimme zu hören, dass sie nicht aufmachte. Sie rannte zurück in den Raum, in dem das Gebetstreffen in vollem Gange war. Einige knieten, andere weinten und wieder andere kämpften geistlich in himmlischen Höhen für Petrus‘ Freilassung. 


Rhode unterbrach das Meeting mit der wichtigen Mitteilung: „Hey, zusammen! Petrus steht vor der Tür!“ Sie lachten sie aus. „Du spinnst doch, Rhode … weißt du nicht, dass Petrus in einem Gefängnis sitzt? Er wird von zwei Soldaten bewacht – und das hinter einem eisernen Vorhang. Petrus kann unmöglich die Türen geöffnet haben. Komm und bete weiter mit uns.“ Aber sie bestand darauf, dass es Petrus war, doch sie meinten: „Es ist ein Engel!“


Keine Ahnung, wie lange sich diese Debatte fortsetzte, aber die Bibel sagt uns, dass während der gesamten Zeit Petrus vor der Tür stand und klopfte. Was für eine witzige Ironie! Alle Türen hatten sich geöffnet außer die des Hauses, in dem die Gläubigen für offene Türen beteten. Dies zeigt einen wichtigen Punkt auf. Gott hat uns die Schlüssel zum Königreich gegeben. Er machte uns zum Hüter des Tors. Was wir im Himmel binden, das wird auf der Erde gebunden sein … was wir im Himmel lösen, das wird auf Erden gelöst sein. Wir haben die Autorität und die Kraft, jede Tür zu öffnen. Es gibt keine Kraft auf Erden, die gegen uns bestehen kann und selbst die Höllentore werden uns nicht widerstehen. Aber es gibt eine Tür, die uns immer im Weg stehen kann und uns davon abhält, unser Wunder zu erhalten – die Tür des Unglaubens. 


Vielleicht stand die Gebetserhörung vor unserer Tür, aber wir haben sie verpasst, weil wir nicht glaubten, dass Gott uns gehört und geantwortet hat. Die Gläubigen beteten für Petrus, aber anscheinend glaubten sie nicht, dass Er ihnen auch antworten würde. Lasst uns immer in Erwartung beten.