Gesegnet in der Dunkelheit

Andacht

DUNKLE ORTE BRINGEN SEGEN



«Gesegnet in der Dunkelheit» ist der Titel dieses Leseplans. Beim Thema «Segen» gehen wir interessanterweise meistens davon aus, dass es uns gut geht. Doch wie gehen wir mit dunklen Zeiten in unserem Leben um? Was machen wir, wenn wir in Schwierigkeiten geraten, einen Verlust erleben, gegen eine Krankheit kämpfen, eine Beziehung in Brüche geht oder wir keine Hoffnung mehr finden? Wo ist dann der Segen zu finden?


Wir alle erleben früher oder später dunkle Zeiten. Zeiten, in denen es am einfachsten wäre, negativ, entmutigt und hoffnungslos zu reagieren. Doch Gott will gerade unsere dunklen Zeiten und unsere Herausforderungen gebrauchen, um eine neue Saat in unser Leben hineinzulegen. Eine Saat Seines Segens, Seiner Güte, Bewahrung und Liebe. Damit eine Saat aufgehen kann, braucht sie Dunkelheit. So ist es auch in der Natur: Jede Saat, die wir in die Erde säen, ist erst einmal von Dunkelheit umgeben. Sie braucht die Dunkelheit, die Erde, das Erdrückende, um sich dann ans Licht zu kämpfen. Daraus entsteht eine Blume, ein Baum usw. In derselben Art werden neue Träume, neue Möglichkeiten und neuer Segen gerade in den dunklen Zeiten unseres Lebens gepflanzt und geboren.


Dies sehen wir auch in der Bibel. Josef zum Beispiel wurde zu Unrecht ins Gefängnis gesteckt, doch gerade diese Zeit wurde zum Sprungbrett für seine Beförderung an den Hof des Pharaos. Oder Mose beging einen großen Fehler, indem er einen Sklaventreiber umbrachte und als Folge davon verbrachte er 40 Jahre in der Einsamkeit. Doch gerade diese Zeit wurde zu einer matchentscheidenden Zeit für seinen Charakter. Ohne diese Zeit in der Dunkelheit wäre er nie fähig gewesen, das Volk Gottes aus der Gefangenschaft zu befreien. Esther, eine andere Frau aus der Bibel, wuchs ohne leibliche Eltern in einem fremden Land auf. Sie fühlte sich vergessen, verlassen und einsam. Doch Gott gebrauchte sie, um Sein Volk vor der sicheren Massenvernichtung zu bewahren. Nachdem Elia für Gott große Wunder getan hatte, fiel er in eine tiefe Depression. Doch gerade in dieser Dunkelheit begegnete ihm Gott auf eine neue und tiefere Art und Weise. David hatte eine Affäre mit einer verheirateten Frau, daraufhin verloren sie kurz nach der Geburt ihr gemeinsames Kind. Doch David kehrte um zu Gott und wird danach "der Mann nach dem Herzen Gottes" genannt.


Wir bemerken es in demjenigen Moment zwar nicht, aber wir wachsen, wenn wir trotz Fragen, Nöten, Leid und Fehlern an Gott festhalten. Unser Charakter wird gestärkt, wir beten mehr, suchen Gott mehr, werden abhängiger von Gott und Gott trainiert uns, Ihn besser und tiefer zu hören und zu verstehen. Darum – wenn du dich in einer dunklen Zeit in deinem Leben befindest, gib Gott nicht auf. Er braucht diese Zeit und bereitet im Hintergrund schon deinen nächsten Segen vor. Wenn du Ihn nicht aufgibst, wird die dunkle Phase zu einem Sprungbrett für den nächsten Durchbruch in deinem Leben.