2. Korinther 11
NGU2011

2. Korinther 11

11
Paulus und die falschen Apostel
1Ich wünschte, ihr würdet euch ein klein wenig Unverstand von meiner Seite gefallen lassen! Seid nachsichtig mit mir, ich bitte euch darum!#Od Aber ihr seid ja bereits nachsichtig mit mir! 2Denn ich kämpfe mit leidenschaftlichem Eifer um euch, mit einem Eifer, den Gott selbst in mir geweckt hat. Wie ein Vater seine Tochter mit dem einen Mann verlobt, für den sie bestimmt ist, so habe ich euch mit Christus verlobt, und mir liegt alles daran, ihm eine reine, unberührte Braut zuzuführen.#W Denn ich kämpfe mit Gottes Eifer/Eifersucht um euch. Ich habe euch nämlich mit einem Mann verlobt, um Christus eine reine Jungfrau zuzuführen. – Zu Gottes Eifersucht vergleiche z. B. 2. Mose 20,5; 34,14. 3Ich fürchte jedoch, es könnte euch gehen wie Eva. Eva wurde auf hinterlistige Weise von der Schlange verführt#1. Mose 3,1-13., und genauso könnten auch eure Gedanken unter einen verhängnisvollen Einfluss geraten, sodass die Aufrichtigkeit und Reinheit eurer Beziehung zu Christus verloren gehen. 4Wenn nämlich jemand kommt und euch einen anderen Jesus verkündet als den, den wir verkündet haben, dann lasst ihr euch das nur allzu gern gefallen. Ihr findet nichts dabei, euch einem anderen Geist zu öffnen als dem, den ihr durch uns bekommen habt, oder ein anderes Evangelium anzunehmen als das, das ihr von uns angenommen habt.#W einen anderen Jesus verkündet, den wir nicht verkündet haben, oder wenn ihr einen anderen/andersartigen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes/andersartiges Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, dann lasst ihr euch das schön gefallen. 5Dabei bin ich überzeugt, dass ich mich in keiner Beziehung vor diesen Superaposteln#Gemeint sind die »falschen Apostel« (Vers 13). Nach anderer Auffassung bezieht sich Paulus hier (im Gegensatz zu Vers 13) auf den Kreis der zwölf Apostel, besonders auf die Leiter der Jerusalemer Gemeinde. verstecken muss. 6Mag sein, dass es mir an rhetorischen Fähigkeiten fehlt#W dass ich im Wort / in der Redekunst ein Laie bin. – an Erkenntnis fehlt es mir ganz sicher nicht! Das haben wir im Umgang mit euch bei jeder Gelegenheit#Aü im Umgang mit euch vor allen Menschen (d. h. öffentlich). und in jeder Hinsicht bewiesen.
7Oder habe ich etwa eine Sünde begangen, als ich mich erniedrigte, um euch zu erhöhen? Ich spreche davon, dass ich ´auf mein Recht als Apostel verzichtet#Vergleiche 1. Korinther 9,4. und` euch das Evangelium Gottes verkündet habe, ohne etwas dafür zu verlangen. 8´Verglichen mit euch,` habe ich andere Gemeinden geradezu ausgeraubt, indem ich mich von ihnen unterstützen ließ#Od indem ich mir von ihnen einen Lohn zahlen ließ., um euch ´unentgeltlich` dienen zu können. 9Und als ich bei euch war und meine Mittel knapp wurden, bin ich keinem von euch zur Last gefallen; die Brüder, die aus Mazedonien kamen#Möglicherweise Silas/Silvanus und Timotheus; vergleiche Apostelgeschichte 18,5 und die dortige Anmerkung., brachten mir das, was mir fehlte. Ich habe mich also davor gehütet, eure Hilfe auch nur im Geringsten zu beanspruchen, und werde mich auch weiterhin davor hüten. 10´So gewiss` die Wahrheit#Od Wahrhaftigkeit. von Christus mich erfüllt: Niemand in der ganzen Provinz Achaia wird mir diesen Ruhm nehmen können. 11Warum ´nehme ich kein Geld von euch an`? Weil ich euch nicht liebe? Gott weiß, ´wie es mit meiner Liebe zu euch steht!`#Od Gott weiß, ´dass ich euch liebe!`
12Der Grund, warum ich so handle und auch in Zukunft so handeln werde, ist der: Es gibt Leute, die nur auf eine Gelegenheit warten, beweisen zu können, dass in Sachen Unterstützung zwischen ihrem Vorgehen, auf das sie so stolz sind, und unserem Vorgehen kein Unterschied besteht#W warten, damit sie in dem, womit sie sich rühmen, wie wir gefunden werden., und eine solche Gelegenheit möchte ich ihnen nicht geben. 13In Wirklichkeit sind diese Leute nämlich falsche Apostel, Betrüger, die sich verstellen und auftreten, als wären sie Apostel von Christus#W betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel von Christus tarnen.! 14Das ist allerdings kein Wunder, denn der Satan selbst tarnt sich als Engel des Lichts. 15Warum sollte es dann etwas Außergewöhnliches sein, wenn auch seine Diener sich verstellen und so auftreten, als würden sie im Dienst der Gerechtigkeit stehen#W wenn auch seine Diener sich als Diener der Gerechtigkeit tarnen.? Doch am Ende wird es ihnen so ergehen, wie sie es mit ihren Taten verdient haben.
Paulus in der Rolle des Narren: eine ungewöhnliche Selbstempfehlung
16Ich sage es noch einmal#Siehe Vers 1.: Niemand soll mich für einen Narren halten. Wenn ihr es aber doch tut, nun, dann müsst ihr auch hinnehmen, dass ich mich wie ein Narr aufführe und ein wenig Eigenlob betreibe, wie ihr das ja auch von anderen gewohnt seid#W und dass auch ich ein wenig Eigenlob betreibe.. 17Was ich im Folgenden sage, entspricht also nicht der Art des Herrn#Od ist also nicht etwas, was der Herr mir aufgetragen hat. W ist nicht nach dem Herrn., nein, ich rede wie einer, der keinen Verstand hat. Aber das gehört nun einmal zu diesem Unterfangen, mich selbst zu rühmen.#Od der keinen Verstand hat und sich selbstbewusst rühmt. W der keinen Verstand hat, bei diesem Unterfangen (Od mit dieser Zuversicht) des Sich-Rühmens. 18Da so viele sich mit ihren Vorzügen und Leistungen rühmen#W sich nach dem Fleisch rühmen., will auch ich jetzt in ´diese Art von` Rühmen einstimmen. 19Ihr lasst euch ja den Unverstand der Narren gern gefallen, so verständig, wie ihr seid! 20Und nicht nur das: Ihr lasst es euch gefallen, wenn man euch wie Sklaven behandelt, wenn man euch ausbeutet, wenn man ´euch Fallen stellt und` euch einfängt, wenn man sich euch gegenüber arrogant verhält, ja sogar, wenn man euch ins Gesicht schlägt#Manche verstehen diese Aussage nur in einem übertragenen Sinn (wenn man euch beleidigt).. 21Zu ´meiner#Aü eurer.` Schande muss ich gestehen: Wir sind zu schwach gewesen, ´um so mit euch umzugehen!`#Vergleiche Kapitel 10,1.10.
Nun, womit auch immer jemand ´sich rühmen mag`: Wenn er so vermessen ist, das zu tun, dann bin ich – ich rede, als wäre ich von Sinnen – jetzt einmal genauso vermessen. 22Diese Leute sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams?#Alle drei Bezeichnungen dieses Verses weisen auf die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk und zur jüdischen Religion hin. Hebräer betont wahrscheinlich die sprachliche (Aramäisch) und geographische (Palästina) Nähe zu Jesus Christus; Israeliten stellt die Zugehörigkeit zu Gottes heiligem Volk und zu seinen Privilegien heraus, und Nachkommen Abrahams erinnert an den ewigen Bund, den Gott mit dem Stammvater seines Volkes geschlossen hat (1. Mose 17,7). Ich auch. 23Sie sind Diener von Christus? Ich bin wahnwitzig genug zu behaupten: Ich noch viel mehr!#Od Ich habe viel mehr ´Belege` als sie dafür, dass ich einer bin. Ich nahm weit mehr Mühen auf mich als sie, war weit öfter im Gefängnis, wurde ungleich häufiger#Od wurde sehr häufig. ausgepeitscht, war wieder und wieder vom Tod bedroht#Od war häufiger als sie vom Tod bedroht.. 24Von den Juden habe ich fünfmal die »vierzig ´Hiebe` weniger einen« bekommen.#Vergleiche Matthäus 10,17. – Nach dem mosaischen Gesetz (5. Mose 25,3) betrug die Höchststrafe 40 Schläge. Um diese Grenze nicht aus Versehen zu überschreiten, beließen es die jüdischen Gerichte bei 39 Schlägen. 25Dreimal wurde ich mit der Rute geschlagen#Z. B. in Philippi (Apostelgeschichte 16,22.23)., einmal wurde ich gesteinigt#In Lystra (Apostelgeschichte 14,19.20)., dreimal habe ich einen Schiffbruch erlebt#Genaueres ist uns dazu nicht überliefert; der in Apostelgeschichte 27 geschilderte Schiffbruch ereignete sich erst einige Jahre nach der Abfassung des 2. Korintherbriefes., und einmal trieb ich einen ganzen Tag und eine ganze Nacht#Od trieb ich eine ganze Nacht und dann noch den folgenden Tag. auf dem offenen Meer. 26Ich habe viele ´beschwerliche` Reisen unternommen ´und war dabei ständig Gefahren ausgesetzt`: Gefahren durch ´reißende` Flüsse, Gefahren durch Wegelagerer, Gefahren durch Menschen aus meinem eigenen Volk, Gefahren durch Menschen aus anderen Völkern, Gefahren in den Städten, Gefahren in der Wüste, Gefahren auf hoher See, Gefahren durch Leute, die sich als meine Geschwister ausgaben#W durch falsche Geschwister.. 27Ich nahm Mühen und Anstrengungen auf mich, musste oft ohne Schlaf auskommen, litt Hunger und Durst, war häufig zum Fasten gezwungen#Od fastete häufig., ertrug bittere Kälte und hatte nichts anzuziehen. 28Und als wäre das alles nicht genug#Od Und abgesehen von anderen ´Nöten, die ich jetzt nicht erwähnt habe`. Aü Und abgesehen von diesen »äußeren« Dingen., ist da auch noch der Druck, der täglich auf mir lastet – die Sorge#Od ist da auch noch der tägliche Andrang zu mir und die Sorge. um alle Gemeinden. 29Gibt es jemand, der schwach ist, ohne dass ich Rücksicht auf seine Schwachheit nehme#Od ohne dass ich mit ihm an seiner Schwachheit leide. W ohne dass ich schwach bin.? Gibt es jemand, der auf Abwege gerät#Od der sich zur Sünde verführen lässt. Od der in Gefahr ist, vom Glauben abzukommen., ohne dass ich brennenden Schmerz#Od glühenden Zorn (über den Verführer). Aü verzehrendes Mitleid (mit dem Verführten). empfinde?
30Wenn ich nun schon gezwungen bin, mich selbst zu rühmen#W Wenn das Sich-Rühmen sein muss., dann will ich die Dinge rühmen, an denen meine Schwachheit sichtbar wird. 31Ich lüge nicht, wenn ich das sage; Gott weiß es. Er, der Gott und Vater#Od Er, der Vater. unseres Herrn Jesus, sei für immer und ewig gepriesen!
32Als ich in Damaskus war, der »Stadt der Damaszener«#Wahrscheinlich ein Ehrentitel; Damaskus gehörte zu den freien Städten des Römischen Reiches., ließ der Statthalter des Königs Aretas#Aretas IV. war von 9 v. Chr. bis ca. 39 n. Chr. König des Nabatäerreiches (südlich von Syrien und östlich von Palästina gelegen). ´die Tore` der Stadt bewachen, weil er mich festnehmen wollte. 33Doch ich wurde in einem Korb durch ein Fenster#Wahrscheinlich ein Fenster von einem an die Stadtmauer gebauten Haus (vergleiche Josua 2,15). Od durch eine Maueröffnung. außen an der Stadtmauer hinuntergelassen und entkam seinem Zugriff.#Zu den Versen 32 und 33 siehe auch Apostelgeschichte 9,23-25.