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Römer Botschaft

Botschaft
Einführung in den Römerbrief
Das war schon seit langer Zeit sein Ziel gewesen: Rom.
Die Welthauptstadt.
Das Zentrum der Macht.
Dorthin wollte er unbedingt kommen. Er, Paulus.
Die Welt war geeint worden durch Augustus und seine Nachfolger.
Noch nie hatte es ein so großes Reich gegeben.
Noch nie so uneingeschränkte Reisemöglichkeiten.
Noch nie eine solche Durchmischung der Völker und Kulturen.
Eine neue Zeit war angebrochen.
Rom hatte den Frieden gebracht.
Durch rohe militärische Gewalt.
Durch Unterdrückung aller Widerstände.
Durch ein effektives Verwaltungssystem.
Und ansonsten setzte Rom auf Toleranz.
Jeder Glaube war erlaubt, wenn er nicht staatsfeindlich auftrat.
Wenn er sich einreihte in die vielen Religionen und Kulte, die das Reich überschwemmten.
Wenn er keinen Ausschließlichkeitsanspruch erhob.
Paulus und die anderen frühen Jesusbotschafter, sie waren auf den Verkehrsstraßen des Römischen Reiches unterwegs.
Zu Wasser und zu Land.
Ihre Botschaft:
Jesus.
Wer er war.
Der wahre Erlöser.
Der Kyrios, also der Herr.
Der König aller Könige.
Das waren Titel, die auch der Kaiser in Rom für sich beanspruchte.
Paulus brachte ein Evangelium, eine gute Botschaft, eine Siegesbotschaft.
Evangelium: Auch das war ein Begriff, den der Kaiser für seine Erlasse und Verlautbarungen benutzte.
Botschaft stand gegen Botschaft.
Kyrios gegen Kyrios.
Irdisches Reich gegen himmlisches Reich.
Paulus schreibt an die Christen in Rom.
Dort lebten sie, im Zentrum der Macht.
Schon früh war dort Gemeinde entstanden. Kleine Hauskirchen.
Ihre Anfänge liegen im Dunkeln.
Und doch hat es wohl schon in der Mitte der Vierzigerjahre des ersten Jahrhunderts dort einen Aufruhr wegen des christlichen Glaubens gegeben.
Darauf deutet eine Notiz bei Sueton, dem römischen Schriftsteller, hin.
Paulus drängt es nach Rom.
Er will auch dort seine Botschaft weitergeben.
Die Nachricht, die ihm anvertraut wurde.
Auch dort will er die erreichen, die noch nichts vom Messias, von Jesus, gehört haben. Und dann will er nach Spanien reisen.
Denn es drängt ihn immer weiter, hin zu den Menschen, den Völkern, den Nationen.
Allen, Juden, Griechen, Römern, Skythen, Illyrern, Spaniern, einfach allen gilt die rettende Botschaft.
Die Botschaft voller Kraft.
Und so schreibt er diesen Brief an die Christen in der Hauptstadt.
Er will ihnen Rechenschaft geben über das, was er als Kern, als zentralen Inhalt der Botschaft verstanden hat.
Und was er überall weitergibt.
Gnade.
Die bedingungslose, unverdiente Annahme.
Die freundliche Zuwendung, die Gottes Wesen widerspiegelt.
Gerechtigkeit.
Das, was wirklich gilt und Bestand hat. Gottes Gerechtigkeit.
Freiheit.
Freiheit vom Gesetz und Freiheit zu einem neuen Leben.
Gewissheit.
Die unzerstörbare Geborgenheit in Gottes Liebe.
Vision.
Die großen Pläne Gottes für alle. Für das Volk Israel und für alle Völker.
Respekt.
Ein Leben der Ehrfurcht vor Gott.
Ein Leben als Teil einer weltweiten Gemeinde von Schwestern und Brüdern, die einander achten und lieben.
Ein Leben der Hingabe, die nicht nur ein Wort bleibt, sondern ganz handfest wird.
Voll, übervoll ist dieser Brief von Paulus.
Er ist sein Verteidigungsschreiben.
Seine Verantwortungsrede vor Menschen und vor Gott.
Das ist seine Botschaft.
Sie wurde ihm anvertraut.
Mit beiden Händen hat er sie ergriffen. Mit Herz und Verstand.
Mit leidenschaftlicher Liebe und durchdringendem Denken.
Dafür lebt er.
Davon schreibt er.
In diesem Brief spannt Paulus den großen Bogen.
Von Gott zum Menschen.
Vom Gesetz zur Gnade.
Vom Zweifel zur Gewissheit.
Von Jerusalem nach Rom.
Dort wird er selbst sterben.
Doch sein Brief bleibt und bewegt die Kirche bis auf den heutigen Tag.

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