1. Mose 1
NBH
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Der Anfang der Welt
1 Im Anfang schuf Gott#a Himmel und Erde.# (a) Im Hebräischen steht das Verb bara (schuf) in der Einzahl, Gott und Himmel aber in der Mehrzahl. Bara im Sinn von "schaffen" wird im Alten Testament nur für das Schaffen Gottes verwendet. Nie wird dabei ein Stoff erwähnt, aus dem Gott schafft.
2Die Erde war formlos und leer. Finsternis lag über der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem wogenden Wasser.
3Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und das Licht entstand.
4Gott sah es an: Es war gut. Da trennte Gott das Licht von der Finsternis.
5Das Licht nannte er "Tag" und die Finsternis "Nacht". Es wurde Abend und wieder Morgen - ein Tag.
6Dann sprach Gott: "Im Wasser soll eine Wölbung#a entstehen, eine Trennung zwischen den Wassermassen!" #(a) Hebräisch rakia, wahrscheinlich etwas sehr Festes und sehr Dünnes; vielleicht das, was wir heute Atmosphäre nennen, siehe Vers 6-8.
7So geschah es auch. Gott machte die Wölbung und trennte die Wassermassen unterhalb der Wölbung von denen darüber.
8Die Wölbung nannte Gott "Himmel". Es wurde Abend und wieder Morgen - zweiter Tag.
9Dann sprach Gott: "Die Wassermassen unter dem Himmel sollen sich an einer Stelle sammeln. Das Land soll zum Vorschein kommen." So geschah es.
10Und Gott nannte das trockene Land "Erde". Die Ansammlung der Wasser aber nannte er "Meer". Gott sah alles an: Es war gut.
11Dann sprach Gott: "Die Erde lasse Gras hervorsprießen. Pflanzen und Bäume jeder Art sollen wachsen und Samen und samenhaltige Früchte tragen." So geschah es.
12Die Erde brachte frisches Grün hervor, alle Sorten samentragender Pflanzen und jede Art von Bäumen mit samenhaltigen Früchten. Gott sah es an: Es war gut.
13Es wurde Abend und wieder Morgen - dritter Tag.
14Dann sprach Gott: "An der Wölbung des Himmels sollen Lichter erscheinen. Sie sollen Tag und Nacht voneinander trennen, und als leuchtende Zeichen sollen sie die Zeiten bestimmen: Tage, Feste und Jahre.
15Außerdem sollen sie als Lichter am Himmelsgewölbe die Erde beleuchten." So geschah es.
16Gott machte die beiden großen Lichter: das größere, das den Tag regiert, und das kleinere für die Nacht; und dazu die Sterne.
17Er setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde leuchten.
18Sie sollten den Tag und die Nacht regieren und Licht und Finsternis voneinander trennen. Gott sah es an: Es war gut.
19Es wurde Abend und wieder Morgen - vierter Tag.
20Dann sprach Gott: "Im Wasser soll es von Lebewesen aller Art wimmeln und am Himmel sollen Vögel fliegen!"
21Da schuf Gott die großen Seeungeheuer und Wesen aller Art, von denen die Wasser wimmeln, dazu alle Arten von geflügelten Tieren. Gott sah es an. Es war gut.
22Da segnete Gott seine Geschöpfe: "Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt das Wasser in den Meeren! Und auch ihr Vögel, vermehrt euch auf der Erde!"
23Es wurde Abend und wieder Morgen - fünfter Tag.
24Dann sprach Gott: "Die Erde soll alle Arten von Lebewesen hervorbringen: Herdenvieh und wilde Tiere und alles, was kriecht!" So geschah es.
25Gott machte alle Arten von wilden Tieren, von Herdenvieh und von allem, was sich auf der Erde regt. Gott sah es an: Es war gut.
26Dann sprach Gott: "Lasst uns#a Menschen#b machen als Abbild von uns, uns ähnlich#c. Sie sollen über die Fische im Meer herrschen, über die Vögel am Himmel und über die Landtiere, über die ganze Erde und alles, was auf ihr kriecht!" #(a) Die Mehrzahl könnte hier schon ein erster Hinweis auf die Dreieinheit Gottes sein.#(b) Hebräisch adam (= der vom Erdboden [adamah] Genommene) bedeutet Mensch im Allgemeinen und ist zugleich der Name des ersten Menschen. Das Wort wird nur in der Einzahl gebraucht, auch wenn von mehreren Menschen die Rede ist.#(c) Das deutet eine Ähnlichkeit wie zwischen Adam und seinem Sohn an (siehe 1. Mose 5,3, wo das gleiche Wort gebraucht wird), vor allem aber eine Ähnlichkeit des Wesens.
27Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bild, als sein Ebenbild schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und Frau.#a #(a) Wird im Neuen Testament von Jesus Christus zitiert: Matthäus 19,4; Markus 10,6.
28Und Gott segnete sie: "Seid fruchtbar und vermehrt euch!#a Füllt die Erde und macht sie euch untertan! Herrscht über die Fische im Meer, über die Vögel am Himmel und über alle Tiere, die auf der Erde leben!" #(a) Nach jüdischer Tradition ist dies das erste der 613 Gebote.
29Gott sagte: "Zur Nahrung gebe ich euch alle samentragenden Pflanzen und alle samenhaltigen Früchte von Bäumen - überall auf der Erde.
30Allen Landtieren, allen Vögeln und allen Lebewesen, die auf dem Boden kriechen, gebe ich Gras und Blätter zur Nahrung." So geschah es.
31Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend und wieder Morgen - sechster Tag.