Evangelium nach Johannes - Teil 1Beispiel

Evangelium nach Johannes - Teil 1

Tag 1 von 31

Einleitung in den Bibelleseplan
Als Salome und Maria als Kinder miteinander spielten, konnten die beiden Frauen noch nicht ahnen, welche Verbindung ihre Söhne einmal haben würden. Marias Sohn Jesus wurde zum Retter der Welt. Salomes Sohn Johannes wurde sein Jünger und eine der prägenden Gestalten der Urgemeinde. Johannes beschreibt sich selbst als den „Jünger, den Jesus lieb hatte“. In seinem Evangelium erzählt er von dieser Liebe Jesu – zu ihm und zur ganzen Welt. Dabei gibt er einen besonderen Einblick in das Leben und Reden Jesu. Ein großer Teil dessen, was Johannes berichtet, findet sich nur bei ihm.

Als Johannes sein Evangelium wahrscheinlich um das Jahr 90 n. Chr. in Ephesus schrieb, war er bereits ein alter Mann. Es wirkt, als würde er am Ende seines Lebens noch einmal zusammenfassen, was ihn am tiefsten geprägt hat. Sein Ziel benennt er selbst am Ende des Buches: Er schreibt, damit wir erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist (Joh. 20,31).

Johannes lebt in einer Zeit, in der genau diese Wahrheit zunehmend angezweifelt wird – sowohl durch jüdische Autoritäten als auch durch frühgnostische Strömungen, die durch die jungen Gemeinden ziehen. Deshalb betont er immer wieder: Jesus ist Gottes Sohn.

Außerdem berichtet er uns von drei besonderen Wundern. In der damaligen jüdischen Tradition wurde zwischen allgemeinen Wundern und spezifisch „messianischen Zeichen-Wundern“ unterschieden. Während Propheten des AT auch Wunder wirkten, gab es bestimmte Taten, die nach rabbinischer Lehre ausschließlich dem Messias – also dem von Gott versprochenem Retter - vorbehalten waren. Das waren die Heilung eines Aussätzigen, die Austreibung eines stummen Dämons und die Heilung eines Blindgeborenen. Diese drei Zeichen dienten im jüdischen Verständnis als Identifikationsmerkmal des Messias. Jesus tat alle drei!

Neben den drei messianischen Wundern, berichtet uns Johannes noch von vier weiteren Zeichen. Johannes möchte zeigen, dass Jesus nicht nur die drei spezifischen Erwartungen der Rabbiner erfüllt, sondern in jedem Bereich der Schöpfung die absolute messianische Vollmacht besitzt.

Johannes folgt grob der bekannten Abfolge der Ereignisse, vermeidet aber Wiederholungen und konzentriert sich auf das, was die anderen Evangelien nicht berichten. Anders als die Synoptiker (Matthäus, Markus und Lukas) schildert er nur wenige Reden vor großen Volksmengen. Stattdessen nimmt er dich mit in persönliche Gespräche. Wir bekommen so einen Einblick in die persönlichen Gespräche von Jesus.

Das Evangelium lässt sich in drei große Teile gliedern:

Teil 1: Jesus offenbart sich als der Sohn Gottes – oft als „Buch der Zeichen“ bezeichnet.
Teil 2: Jesus bereitet seine Jünger auf seine Abwesenheit vor.
Teil 3: Jesu Leiden, Sterben und Auferstehung.

Auch dieser Bibelleseplan ist in diese drei Abschnitte eingeteilt.

Die Heilige Schrift

Über diesen Leseplan

Evangelium nach Johannes - Teil 1

Ein Mann tritt auf und behauptet, Gottes Sohn zu sein. Die Menschen fragen sich: Stimmt das? Jahre später schreibt ein alter Mann seine Erfahrungen mit diesem Jesus auf. Es ist Johannes. Er ist wahrscheinlich der letzte lebende Augenzeuge aus dem engsten Kreis der Jünger. Er lebt in einer Zeit der Spannungen. Sowohl die Römer als auch die Juden wollen die Botschaft über diesen Jesus auslöschen und in den Gemeinden tauchen Leute auf, die Jesus zu einem „guten Lehrer“ degradieren. Johannes schreibt das Johannesevangelium. Sein Ziel: Zu beweisen, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist.

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Wir möchten uns bei Christusgemeinde Nagold für die Bereitstellung dieses Plans bedanken. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.christusgemeinde-nagold.de/