Wort - Begeistert vom Buch der Bücher

Tag 4 von 8 • Tageslesung

Andacht

DENKEN


MEDITATION


Es fasziniert mich an Jesus, dass Er uns nicht dazu auffordert, den Kopf auszuschalten. Im Gegenteil. Das höchste Gebot spricht davon, dass wir Gott mit dem Verstand lieben sollen. Gott liebt es, wenn wir denken, forschen und Seinen Gedanken nachspüren. 


Doch häufig kommen dabei Fragen auf, die uns verunsichern: Wie soll ich mit schwierigen Bibelstellen umgehen? Wie passen bestimmte biblische Aussagen zu einem liebenden Gott? Warum erlebe ich so wenig von den Zusagen, welche die Bibel macht? Gott lädt dich ein, solche Fragen nicht zur Seite zu schieben, sondern ihnen nachzugehen. Tief zu graben, zu forschen und darüber zu diskutieren. Mit Gott und mit anderen Menschen. 


Zweifel und Anfechtung gehören zu unserem Glauben dazu. Die Bibel spricht davon. Die Mütter und Väter des Glaubens kannten sie. Aber wie beeinflussen sie unser Beten? Wenn wir in einer Partnerschaft oder Freundschaft aufhören, ehrlich miteinander zu reden, dann entfernen wir uns voneinander. Unausgesprochenes versperrt den Zugang zum anderen. Die Distanz wird größer. Es wird schwieriger, zueinander zu finden. So kann es uns gehen, wenn wir die brennenden Fragen und Zweifel, die unseren Verstand und unser Herz umtreiben, nicht mit Gott teilen. 


Die Psalmen zeigen uns, wie wir, statt auf Distanz zu gehen, im Gespräch mit Gott bleiben können. Die Beter klagen und schütten ihr Herz bei Gott aus (z. B. Psalm 13 und Psalm 69). Ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Gedanken werden ungeschönt zur Sprache gebracht. Doch auch wenn Kopf und Herz voller Fragen und Zweifel sind, erleben sie, wie im ehrlichen Dialog mit Gott Vertrauen entsteht. Seit Jahrhunderten leihen sich Beter Worte der Psalmen, um mit Gott im Gespräch zu bleiben. 


Neben dem ehrlichen Gebet hilft der Blick auf Christus. Auch wenn wir mit schwierigen Bibelstellen ringen, gehen wir immer wieder dorthin, wo uns in aller Klarheit die Liebe Gottes vor Augen gemalt wird. Wenn ich auf Jesus schaue, wird mir deutlich, dass Sein Versprechen für mich gilt: Nicht an meinen Gefühlen oder Gedanken hängt mein Glaube, sondern an Seinen Zusagen! Lege dich in sie hinein wie in ein weiches Federbett. Atme sie ein. Denn Er ist für uns. (vgl. Römer 8,38-39)




REFLEXIONSFRAGEN



  • Welche Fragen in Bezug auf meinen Glauben verunsichern mich gerade? Wie kann ich diesen Fragen konkret nachgehen?

  • Durch welche Fragen und Zweifel ist eine Distanz zwischen mich und Gott gekommen? Sprich diese ehrlich vor Gott aus!




GEBETSANLIEGEN



  • Dass Gott uns einlädt, Ihn mit dem Verstand zu suchen.

  • Für Seine Einladung, ehrlich mit Ihm unterwegs zu sein.

  • Dass uns nichts von Seiner Liebe trennen kann - keine Fragen, Zweifel und Anfechtungen!

  • Wo wir Gott nicht verstehen, enttäuscht und wütend sind.

  • Wo uns die Bibel fremd, unverständlich und zweifelhaft vorkommt.

  • Wo uns Gottes Charakter rätselhaft bleibt und Seine Liebe unser Herz nicht erreicht.

  • Dass Jesus uns in unserem Suchen, Nachdenken und Forschen begegnet.

  • Dass Er uns Seine Perspektive auf unsere Fragen und Zweifel zeigt.

  • Dass Er zu unserem Kopf und unserem Herzen redet und wir (neu) vertrauen können.




SO KÖNNTE ICH BETEN


Es mag fremden Einflüssen vorübergehend gelingen, dir deinen Herrn wegzunehmen, es kann ihnen aber nicht gelingen, dich deinem Herrn wegzunehmen!


Es mag dir gelegentlich so vorkommen, als würdest du ins Bodenlose abstürzen, du wirst aber nicht tiefer fallen können, als in die dich bergenden Hände Gottes.


«Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden ganz gewiss niemals mehr verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reissen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand des Vaters reissen. Ich und der Vater sind eins.» Amen. (Johannes 10,28-30)


[H.J. Eckstein «Du hast mir den Himmel geöffnet»]




Heike Breitenstein, Schweiz, Theologin, Zacharias Institut Schweiz.