Gott - mein Finanzmanager

Tag 2 von 7 • Tageslesung

Andacht

Zufriedenheit


Lies zuerst Philipper 4,10-20.


Paulus musste lernen, mit seinen gegenwärtigen finanziellen Verhältnissen klar zu kommen. Und das war kein Lernprozess, den er sich durch theoretisches Bibelstudium hätte aneignen können. Hier ging’s vielmehr um die schmerzliche Praxis, wenn der Charakter durch schwierige Zeiten geschliffen wird. 


Einige deutsche Übersetzungen verwenden in diesem Zusammenhang das Wort „zufrieden“. Dieses Wort meint inhaltlich, dass man sich mit den äußeren Umständen innerlich verbindet und daraus eine innere Ausgeglichenheit entsteht. Letztlich bewirkt diese Verbindung, dass sich die betroffene Person an die Situation gewöhnt, sich damit abfindet und ihre Lebenslage dann auch nicht mehr zu verändern wünscht. Aber diesen Kreislauf kann Paulus nicht meinen, denn wer hungert, hofft nicht, dass sich dieser Zustand niemals ändern möge - selbst jemand im Hungerstreik würde nicht auf diese Idee kommen. Hier muss also etwas anderes gemeint sein.


Das griechische Wort an dieser Stelle lautet „autark“. Im deutschen Sprachgebrauch wird dieses Wort oftmals mit „autonom“ übersetzt. Inhaltlich dreht sich auch hier alles um die innere Genügsamkeit. Allerdings ist dieser innere Frieden nicht von der äußeren Lebenslage abhängig, sondern meint vielmehr die persönliche Eigenständigkeit unabhängig von den äußeren Umständen. 


Und genau darin liegt auch der Unterschied: der innere Frieden sollte sich nicht aus den äußeren Umständen ergeben, sondern unabhängig von den externen Gegebenheiten bestehen. Denn äußere Umstände sind unweigerlich der Veränderung unterworfen und daher keine geeignete Konstante für unsere Gemütslage. Die aktuelle Lebenslage spiegelt nur den jetzigen äußeren Umstand wider und nicht zukünftige Möglichkeiten, die Gott bereithält. Daher macht Paulus seinen inneren Zustand nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern allein von Gott, weil Er die „ewige Konstante“ in seinem Leben ist. 


Die Prioritätensetzung für Paulus ist also klar: Zuerst Gott. Er stellt damit die Fülle Gottes, die in Jesus ist, höher, als die Erfüllung seiner eigenen Wünsche. „Es gibt ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche“ (Dietrich Bonhoeffer). Dieses Umdenken ist schmerzlich, wird aber erst durch die Erfahrung des breiten Spektrums an finanziellen Herausforderungen - sowohl Mangel als auch Überfluss - angeregt. Die Gemeinsamkeit dieser beiden gegensätzlichen Erfahrungen liegt nämlich darin zu erkennen, dass unser wirklicher Reichtum und Überfluss bereits in Jesus liegen. 


Gebet, Get Free & Next Step:


· Nimm dir Zeit, um über das Zitat von Dietrich Bonhoeffer nachzudenken. Woraus ziehst du deine Erfüllung? Ist Gott auch für dich deine „ewige Konstante“? Nimm anschließend einen Gedanken daraus mit ins Gebet.