1. Mose 2
NBH

1. Mose 2

2
1So entstanden Himmel und Erde mit all ihren Lebewesen.
2Am siebten Tag hatte Gott das Werk vollendet und ruhte von seiner Arbeit aus.#a #(a) Wird im Neuen Testament zitiert: Hebräer 4,4.
3Gott segnete ihn. Er machte ihn zu einem besonderen Tag, der ihm geweiht ist, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte.
Der Anfang der Geschichte
4Es folgt die Fortsetzung der Geschichte#a von Himmel und Erde, wie Gott sie geschaffen hat. Als Jahwe#b, Gott, Himmel und Erde machte, #(a) Das hebräische toledot bedeutet Weiterentwicklung aus Vorhandenem, es zeigt, wie die Geschichte weitergeht (oder weitere Einzelheiten), und wird gewöhnlich als Überschrift gebraucht, siehe 1. Mose 5,1; 6,9; 10,1; 11,10.27; 25,12.19; 36,1; 37,2. Es handelt sich hier also nicht um die Nahtstelle zu einem zweiten Schöpfungsbericht.(b) JHWH. Aus vier Konsonanten besteht der Name Gottes, der besonders die persönliche Nähe zum Menschen ausdrückt. Ausgesprochen wird er wahrscheinlich Jahwe. Siehe das Vorwort des Übersetzers, sowie die Fußnote zu 2. Mose 6,3.
5gab es zunächst weder Sträucher noch Feldpflanzen auf der Erde, denn Jahwe, Gott, hatte es noch nicht regnen lassen. Es gab auch noch keinen Menschen, der das Land bearbeiten konnte.
6Grundwasser stieg in der Erde auf und befeuchtete den Boden.
7Da formte Jahwe, Gott, den Menschen. Er nahm lose Erde vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in sein Gesicht#a. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen#b. #(a) Das hebräische appaw bedeutet nicht nur Nase, sondern das ganze Gesicht im Allgemeinen. Je nach Zusammenhang sind Nase, Wangen oder Mund gemeint.#(b) Oder: Seele. Der gleiche Ausdruck wird 1. Mose 1,20.24; 2,19 auf die Tiere bezogen. Der Mensch hat durchaus körperliche Ähnlichkeiten mit Säugetieren. Doch als sein Ebenbild stellte Gott den Menschen über alle anderen Lebewesen. Es ist auch zu beachten, dass hier nicht steht: Ein Lebewesen wurde Mensch. Der Mensch ist eine gesonderte Schöpfung Gottes und geht nicht aus vormenschlichem Leben hervor. Wird im Neuen Testament von Paulus zitiert: 1. Korinther 15,45.
8Nun hatte Jahwe, Gott, im Osten, in Eden#a, einen Garten angelegt. Dorthin versetzte er den von ihm gebildeten Menschen. #(a) Eden bedeutet Wonne. Gott hatte ein Land der Wonne für den Menschen geschaffen.
9Aus dem Erdboden hatte er verschiedenartige Bäume wachsen lassen. Sie sahen prachtvoll aus und trugen wohlschmeckende Früchte. Mitten im Garten stand der Baum des Lebens und der Baum, der Gut und Böse erkennen ließ.
10In Eden entsprang auch ein Strom, der den Garten bewässerte und sich dann in vier Arme teilte.
11Der erste davon heißt Pischon. Er umfließt das ganze Land Hawila#a, wo das Gold vorkommt, #(a) Hawila. Eine solche Gegend ist in Westarabien südlich von Medina belegt, wo es auch Goldvorkommen gibt. Kürzlich wurde mit Hilfe von Satellitenaufnahmen die Existenz eines Flusses ermittelt, der Nordarabien von dort aus nach Osten durchfloss und vor mehr als 4000 Jahren ausgetrocknet ist. Es könnte der Pischon gewesen sein.
12- das Gold dieses Landes ist besonders rein - das Bedolach-Harz und der Schoham-Stein#a. #(a) Bedolach ist ein kostbares, wohlriechendes Harz. Schoham ein Edelstein, vielleicht Onyx oder Karneol.
13Der zweite Strom heißt Gihon. Er umfließt das Land Kusch#a. #(a) Kusch. Vermutlich handelt es sich hier um das Land der Kassiten, ein Gebiet in den Bergen östlich von Mesopotamien, was auch zu 1. Mose 10,8-12 passen würde. So könnte der Gihon östlich des Tigris zu finden sein.
14Der dritte Strom heißt Tigris. Er fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.
15Jahwe, Gott, brachte also den Menschen in den Garten Eden, damit er diesen bearbeite und beschütze,
16und wies ihn an: "Von allen Bäumen im Garten darfst du nach Belieben essen,
17nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben."
18Dann sagte Jahwe, Gott: "Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm genau entspricht."
19Jahwe, Gott, hatte nämlich alle Landtiere und Vögel aus dem Erdboden gebildet und zu dem Menschen gebracht, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Genauso sollten all die Lebewesen dann heißen.
20So hatte der Mensch dem Herdenvieh, den Vögeln und allen Landtieren Namen gegeben. Aber für sich selbst fand er nichts, was ihm als Hilfe entsprochen hätte.
21Da ließ Jahwe, Gott, einen Tiefschlaf über den Menschen kommen. Er nahm die eine seiner Seiten und verschloss deren Stelle mit Fleisch.
22Aus der Seite baute er eine Frau und brachte sie zum Menschen.
23Da rief der Mensch: "Diesmal ist sie es! / Sie ist genau wie ich, / und sie gehört zu mir, / sie ist ein Stück von mir!"#a#(a) Der freudige Ausruf, mit der der Mann seine Frau begrüßt, ist das erste poetisch-rhythmische Stück der Bibel. Die Zugehörigkeit ist im Hebräischen in der Namensgebung ausgedrückt: Isch-scha, Frau, soll sie heißen, denn vom Isch, dem Mann, ist sie genommen.
24Aus diesem Grund verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter, verbindet sich mit seiner Frau und wird völlig eins mit ihr.#a #(a) Wird im Neuen Testament von Jesus Christus und Paulus zitiert: Matthäus 19,5; Markus 10,7-8; 1. Korinther 6,16; Epheser 5,31.
25Der Mann und seine Frau waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.